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Maschinenring Mitgliederversammlung 2012
Maschinenring informiert über Windkraft
Nutzung von Windkraft nur mit den Landwirten möglich
Einen Einblick in die Möglichkeiten der Windkraftnutzung im Landkreis gab der Hauptreferent Herr Herbert Kugler auf der Mitgliederversammlung des Maschinenringes Pfaffenhofen. Dabei sieht er die Windenergienutzung neben der Photovoltaik als einzige noch ausbaufähige alternative Energiequellen im Zuge der angedachten Energiewende.
Bis auf den letzten Platz gefüllt war die ordentliche Mitgliederversammlung des Maschinenringes Pfaffenhofen im Gasthof Kreitmayr in Lindach.
1. Vorsitzender Peter Heinzlmair konnte unter den rund 200 Mitgliedern auch eine Vielzahl von Bürgermeistern des Landkreises Pfaffenhofen, den stellvertretenden Landrat Anton Westner und die Abgeordnete Erika Görlitz begrüßen.
In ihren Grußworten stellten Anton Westner sowie die Landtagsabgeordnete Erika Görlitz die Wichtigkeit und die Aktivität dieser Institution heraus und nannten den Maschinenring als Vorreiter für neue Aufgabenbereiche im ländlichen Raum. Aufmunternde Worte fand auch Spargelkönigin Daniela Kügler aus Pörnbach, die in Ihrem Grußwort mit einem Spargelwitz für Aufheiterung sorgte.
Vorsitzender Peter Heinzlmair berichtete über die zahlreichen Besprechungen auf Bezirks- und Landesebene sowie von den Feierlichkeiten vom 50jährigen Jubiläum im vergangenen Jahr auf der Trabrennbahn in Pfaffenhofen. So dankte er nochmals allen beteiligten Maschinen- und Fahrzeugbesitzern die eine Vielzahl von landwirtschaftlichen Maschinen und Gerätschaften sowie historische Schlepper vorgeführt hatten, was besonders auch eine Augenweide für die nichtlandwirtschaftliche Bevölkerung gewesen ist. Eine fünfminütige Zusammenfassung in Form eines kleinen Dokumentarfilmes - wo noch einmal die besten Eindrücke zu sehen waren - wurde von den Besuchern begeisternd aufgenommen. Siehe auch unter: www.youtube.de/ Maschinenring-Pfaffenhofen.
Der Geschäftsbericht, vorgetragen von Geschäftsführer Hans Wolf, wies eine Reihe von Zahlen auf, die auf anschauliche Weise vom ihm mit Bildern dokumentiert wurden.
Demnach konnte die Zahl der Mitglieder mit 831 Betrieben und auch der Umsatz im klassischen Bereich auf hohem Niveau gehalten , in einigen Bereichen sogar ausgebaut werden. Insgesamt seien trotz Einbußen in der Getreide- und Futterernte (aufgrund des Rückganges der Viehhaltung) rund 1,9 Millionen € im klassischen Maschinenringbereich abgerechnet worden. Darunter befinden sich rund 9.000 Stunden sozialer Betriebshilfe, was heißt, dass aufgrund von Krankheit und Unfällen auf den Betrieben hier schnell Ersatzkräfte vom Maschinenring vermittelt wurden. Wolf nannte die wachsende Ausbringung von Flüssigdünger im Injektionsverfahren mit über 100.000 € Verrechnungswert als zukunftsträchtig, da hier die Gülle direkt mit einem Spezial-Gülletrac in den Boden eingearbeitet wird. Hierzu bedarf es vor allem auch der Aufklärung von Landwirten bei Nicht-Landwirten, die oftmals keinen Bezug zur Landwirtschaft haben und Vorbehalte gegenüber großen Maschinen haben. Die umweltgerechte Bearbeitung der Flächen mit optimalen Boden- und Reifendruck nannte er als weiteren Punkt, wo der Maschinenring optimale Lösungen und Verbesserungsvorschläge machen müsse.
Außerdem wies er auf ein neues effektiveres Düngeausbringungsverfahren hin (CULTAN-Düngung), was heuer im Frühjahr erstmals seinen Einsatz finden wird. Der Geschäftsführer wies auf eine Reihe zusätzlicher Aktivitäten neben dem Tagesgeschäft hin, unter anderem wurde auch eine Vorführung zum Thema „Mulchsaatverfahren im Maisanbau“ in Verbindung mit dem Amt für Landwirtschaft veranstaltet. Ebenso wolle man weiterhin im Bereich der Anmeldungen für ausländische Saisonarbeitskräfte sowie bei der Klärung von sonstigen Formalitäten den Landwirten behilflich sein.
Er ging auch kurz auf den gewerblichen Bereich ein, wobei dies über die eigene Tochterfirma, der „Ilmtal Agrarservice GmbH“ abgewickelt wird. Hierbei ist vor allen Dingen der Winterdienst maßgeblich am Umsatz verantwortlich, so dass hier im letzten Jahr ein niedrigerer Wert erzielt wurde, da bis Dezember fasst kein Schnee zu räumen war. Er verwies auf die sonstigen Betätigungsfelder, so dass auch heuer wieder für zunächst zwei Ortteile der Bau von Kleinkläranlagen über die „Ilmtal Agrarservice GmbH“ organisiert wird.
Der Kassenbericht und die Revision von Sparkassendirektor Norbert Lienhardt ergab keine Beanstandungen, so dass der einstimmigen Entlastung der Vorstandschaft nichts im Wege stand.
Zum Vorspann auf das Referat über Windkraft erläuterte Peter Heinzlmair die Fachthemen der letzten 9 Mitgliederversammlungen. Dabei bemerkte er: „ Die Energieproduktion war schon immer eine wichtiges Standbein der Landwirtschaft“. Bereits im Jahre 2003 fanden Informationen über Photovoltaik, 2005 über Rapsölkraftstoff und Ethanol, 2010 über Biogas statt. Der Maschinenring hat also die Mitglieder bereits im Vorfeld über Interessante Themen informiert. Nachdem im Landkreis Pfaffenhofen etwa die Hälfte der Landw. Betriebe eine PV-Anlage betreiben, liegt es nahe, auch die Windenergie zu nutzen. Dies soll jedoch umwelt- und sozialverträglich erfolgen. Die beste Akzeptanz von Windkraftanlagen erhält man durch Bürgerbeteiligungen. Hier sind die Landwirte gefordert , geeignete Grundstücke „zugänglich“ zu machen.
Der Hauptreferent war Herr Herbert Kugler aus dem Landkreis Neuburg, der in der Windkraft-Szene als Pionier beim Bau von großen Windrädern gilt. Sein Referatsthema „Nutzungsbedingungen von Windkraftanlagen im Landkreis Pfaffenhofen“ wurde von den rund 200 Zuhörern mit Spannung erwartet, da zur Zeit auch der Landkreis ein Windgutachten in Auftrag gegeben hat, und unter den Besuchern auch einige interessierte Landwirte waren, welche als mögliche Windkraft-Betreiber in Frage kommen könnten. Schon im Vorfeld der Veranstaltung wurde viel über dieses Thema diskutiert, da man für die angesteuerte Energiewende auch Standorte für Windkraftanlagen in Aussicht stellen möchte, wobei hier der Landwirt nicht nur als Verkäufer einer Fläche, sondern möglichst als Nutznießer und Mitbetreiber im Vordergrund stehen sollte. Der gelernte Elektroingenieur erläuterte wesentliche Kennzahlen, welche für den wirtschaftlichen Betrieb eines Windrades gegeben sein müssen und veranschaulichte mit zahlreichen Fotos das „Wachsen“ einer Windkraftanlage während der Bauphase. Im Anschluß an den 45minütigen Vortrag kam es noch zu einer lebhaften, jedoch auch sachlich geführten Diskussion, bei der brennende Fragen auch von den Vertretern aus der Politik behandelt wurden. Herbert Kugler zeigte auf, wie viel fossile Brennstoffe täglich von der Menschheit verbraucht werden und nannte die Windkraft neben der Photovoltaik als einzige noch wachstumsfähige alternative Energiequelle, welche die konventionellen Energien teilweise ersetzen könnte.
In der Zusammenfassung nannte Vorsitzender Heinzlmair den möglichen Weg folgerndermaßen: „Jetzt die Energiewende - das Ziel wird der Energiemix sein“.

